Freitag, 22. März 2013

Ein schrecklicher…




"... Wind aus dem Katalog der Winde. Ein Wind, der mit dem Blue Norther verwandt war, dem eiskalten Blaast und dem Landlash..."
Diese Stelle aus einen unserer Lieblingsbücher kam uns heute in den Sinn, als wir zum Laufen loszogen. Etwas übertrieben, zugegeben, jedoch: Es blies so eisig aus Nordost, wir hätten am liebsten auf der Türschwelle kehrtgemacht! Schauderhaft, ehrlich. Dabei hatten wir uns mit winddichten Klamotten ausstaffiert, daß wir aussahen wie der sattsam bekannte Reifenmann. Aber bei nicht so gutem Wetter draußen sein, ist ja bekanntlich besser, als bei nicht so gutem Wetter nicht draußen sein, und irgendwann muß man sich schließlich überwinden. Und dann war es auch wieder herrlich: Ganz heimlich ist trotz der winterlichen Kälte an vielen Stellen schon Grünes herausgekommen, in windgeschützten Winkeln standen Osterglocken und Krokusse, und die Lerchen sangen - Herrschaften, wie an einem Sommertag! Da konnte man das kalte Brausen an den Ohren glatt vergessen! Und sich vorstellen, daß ja nur ein paar warme Tage nötig sind, damit Blätter und Blüten herauskommen und es endgültig nach Frühling aussieht. Wir geben die Hoffnung nicht auf. Ungeachtet dessen waren wir nach dem Heimkommen so erhitzt, daß wir wieder den ganzen Nachmittag beim Werkeln davon zehren können!



Das oben angeführte Zitat stammt übrigens aus dem Roman "Schiffsmeldungen" von E. Annie Proulx. Wir besitzen ihn schon viele Jahre und holen ihn immer wieder hervor. "Schiffsmeldungen" spielt in Neufundland und handelt von Menschen, die Scheitern und Verlieren gewohnt sind und am Ende auf wunderbare Weise ihr kleines Glück finden. Ein Buch wie eine warme Decke, unter der man sich behaglich und zuhause fühlt. 

"*Schiffsmeldungen"
E. Annie Proulx
Verlag List
ISBN 3-471-78430-6

Es gibt auch eine Hörbuchfassung mit dem unwiderstehlichen Matthias Brandt. Obwohl stark gekürzt, großartig und hörenswert, besonders an windigen Winternachmittagen!

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