Mittwoch, 2. Mai 2012

Haushaltssachen No. 8


Gestern war ja Feiertag. Und sonn- und feiertags frühstücken wir immer ziemlich spät und ziemlich ausgiebig, denn es gibt kein Mittagessen. Gestern hatten wir seit längerer Zeit mal wieder ein schönes selbstgebackenes Toastbrot, und da fiel uns ein, daß wir eine sehr hübsche Haushaltssache besitzen, die wir so gut wie nie benutzen, nämlich diesen Klapptoaster:


Manche nennen ihn auch beschaulich "Türli-Toaster", seiner zwei Türen wegen. In der Prä-Toast-Automaten-Ära hatte man solch ein Gerät, dessen Türen man einfach herunterklappte, um Toastscheiben daraufzulegen, die dann an der innen befindlichen Heizschlange geröstet wurden. Zum Wenden der Scheiben klappte man die Türen wiederum auf, und wenn man sich nicht gerade anstellte wie der erste Mensch, glitt das Brot so über die Tür, daß es sich beim Schließen derselben von allein herumdrehte. Und dann bräunte man die zweite Seite.
Wir haben also einen Türli-Toaster, zum dem wir übrigens gekommen sind wie die Jungfrau zum Kind, denn er war irgendwo ein total unwillkommenes Hochzeitsgeschenk, das an uns weitergereicht wurde. Er ist selbstverständlich auch nicht antik, sondern eine Replik und zudem die Jubiläumsausgabe eines bekannten Herstellers. Gekauft hätten wir ihn im Leben nicht, denn eigentlich brauchen wir keinen Toaster, nichtmal einen Automaten. Wir können unter dem Ofengrill toasten, das geht fix und die Scheiben sind gleichmäßig braun. Gestern jedoch holten wir ihn mal wieder von seinem Standplatz, dem Kühlschrank, auf dem er sehr dekorativ wohnt, und toasteten Scheibe für Scheibe vor uns hin. Es funktionierte nicht besonders, denn unser Toastbrot war zu groß und stand oben ein Stück über. Von allein wenden wollten die Scheiben deshalb auch nicht. Sie waren außerdem zu dick geschnitten, weswegen die Türen nicht richtig schlossen. Und dann quatschten wir und vergaßen, daß wir etwas im Toaster hatten, bis es zu qualmen anfing. Über das Saubermachen hinterher wollen wir erst garnicht lange reden – man braucht einen Pinsel, um das Teil gründlich von allen Krümeln zu säubern.
Sie sehen, so ein Türli-Toaster ist nicht ohne. Eine echte Franzinelli-Haushaltssache: schön, aber unpraktisch.
Unser Toaster steht nun wieder frisch poliert auf seinem Kühlschrank und sieht gut aus. Vermutlich wird er eine Weile unbenutzt dort stehen. Näxten Sonntag wollen wir nämlich vielleicht Milchweckchen backen. Oder wir toasten im Ofen…


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