Freitag, 20. April 2012

Mama


Demnäxt ist es ja wieder so weit, genauer gesagt, am zweiten Sonntag im Mai: Dann haben wir Muttertag. Nein, sagen Sie jetzt nichts! Wir wissen genau, was Sie denken: Muttertag ist die blödsinnigste Erfindung ever! Jede auch nur leidlich moderne Frau verweigert einem solch heuchlerischen Feiertag die Daseinsberechtigung, der nichts weiter als die dümmsten Klischees über Frauen und Mütter hochhält! Ja, ist doch so!
Selbstverständlich wurde und wird der Muttertag bei Franzinellis komplett ignoriert. Er ist quasi nicht existent. Denn wenn die Franzinelli-Puuten in den lang vergangenen Jahren ihrer Jugend an diesem vermaledeiten Tag einen unbeholfenen Versuch starteten und mit einem Geschenklein in der heißen Hand anrückten, sprang die Mutter sofort aus der Hose. Ehrlich. Mutter Franzinelli lehnte es rundheraus ab, einmal im Jahr von Mann und Kindern mit Blumen, einem Frühstückstablett am Bett, Seife in Zitronenform, selbstgebastelten Papierkörbchen "Für die liebste Mama" oder ähnlichen Devotionalien gefeiert zu werden. Mutter Franzinelli gehörte zu dem Heer von Frauen, die derlei Dinge nicht einmal im Jahr an einem albernen Tag namens "Muttertag" erwarteten. Nein, Mutter Franzinelli erwartete derlei Dinge an jedem Tag im Jahr. So wie Zimmer aufräumen, Hausaufgaben ordentlich machen, bei Aufforderung widerspruchslos zu Bett gehen und all die anderen Lästigkeiten.
Wir sind ganz offen: Als Puuten waren wir deswegen total gekränkt. Ja. Waren wir. Schließlich hatten wir´s nur gut gemeint. Und schon in der Prä-DIY-Ära wurde man allenthalben aufgefordert, irgendetwas zu Mutters Ehrentag zu basteln oder wenixtens ein paar Kröten vom Taschengeld für eine Blume springen zu lassen. Wir waren dabei auch immer ein bißchen von uns selbst gerührt, irgendwie. Aber man wurde schnöde abgelehnt. Von der eigenen Mutter. Das war nicht nett. Weswegen wir ziemlich zackig das gesamte Thema aus unserer Agenda strichen und nie wieder hervorholten. Wenngleich wir Mutter Franzinelli im Verdacht haben, daß sie inzwischen sogar ganz gern ein paar Muttertagsgeschenke einsacken würde. Schließlich ist die Zeit des Zimmeraufräumens und der Hausaufgaben passé und selbst ein profaner Blumenstrauß wäre nicht völlig unwillkommen. Bloß wollen wir jetzt nicht mehr, denn heute finden wir Muttertag selbstredend gänzlich blöd und überflüssig.
Jedoch, eine gewisse Häme konnten wir uns nicht verkneifen. Und weil wir sowieso gerade einen Großauftrag von Mini-Holzherzen im Haus haben, hat Kristie Franzinelli gleich ein paar mehr zurechtgemacht. Bezogen mit alten Rechnungspapieren und einem wirklich reizenden Schriftzug wurden diese netten kleinen Holzmagnete daraus. Kann Mutter sich an den Kühlschrank pappen und sich so jeden Tag des Mutter-Seins und der Wertschätzung ihrer Puuten erfreuen, ganz ohne Blumen, Seife und sonstigen peinlichen Schnikkes. Und für diejenigen, die zu Mamas Ehrentag trotz allem ein völlig unverstelltes Verhältnis haben und ein süßes Geschenklein suchen, gibt´s ab heute ein paar Magnetchen im Shop!


1 Kommentar:

  1. Hi hi hi hi!!!!!! Selten so nette Ausführungen zum Muttertag gelesen. lg

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