Donnerstag, 5. Januar 2012

Der Kölner an sich…



… ist ja ein Mensch, der gern um sich selbst kreist. Ist so, ehrlich. Und seine Stadt und ihre Rituale und Bauwerke und ihre Lieder und Mundart bedeuten ihm alles. Er macht noch aus Weihnachten Karneval und fotografiert sich selbst an den spektakulärsten Orten der Erde in Rot und Weiß, um zu illustrieren, wo sein Herz wirklich schlägt. Soviel Selbstbewußtsein kann man ulkig finden, aber: Ganz weit hergeholt ist es nicht! Können Sie sich nicht vorstellen?
Nun, Kölns allergrößte Blütezeit liegt zwar schon ein Weilchen zurück – sagen wir, etwa 450 Jahre – doch zu jener Zeit bildete die Stadt das Zentrum von Kunst und Kultur in Europa. Den Nabel der Welt, sozusagen. Nichtmal Paris konnte da mithalten. Unfaßbar schöne Kunstschätze entstanden innerhalb der damaligen Stadtmauern von Köln. Heutzutage sind sie in der ganzen Welt verstreut und werden in Museen von Rang gezeigt, doch für vier Monate durften sie noch einmal in ihre alte Heimat zurückkehren: Für die Ausstellung "Glanz und Größe des Mittelalters". Das Museum Schnütgen mit seiner Sammlung mittelalterlicher Kunst hat viele Werke in aller Herren Länder ausleihen dürfen, um sie in einer wundervollen Sonderschau zu präsentieren. Und weil Franzinellis nach den Feiertagen immer noch etwas herumdrömeln und Urlaub machen, wenn es geht, haben wir einen Nachmittag unter der Woche genutzt und eine schöne Zeit zwischen zauberhaften und kostbaren Schätzen verbracht. Es war herrlich. Und mit dem Kurator der Sammlung als Begleiter der – übrigens kostenlosen – Führung, wurde uns eine ungemein unterhaltsame Geschichtsstunde zuteil.




Falls Sie also dieser Tage zufällig in Köln sind und etwas Zeit haben, gehen Sie mal hin. Die Ausstellung dauert noch bis zum 26. Februar. Und auch sonst ist das Museum in seinem neuen Heim in der romanischen Cäcilienkirche unglaublich sehenswert!

Museum Schnütgen
Cäcilienstr. 29 - 33
50667 Köln

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