Dienstag, 29. März 2011

For dinner tonight…



… gnadenlos lekkere Südstaaten-Küche: Southern Pulled Pork, frisch aus dem Ofen. Wir hatten warme Burgerbrötchen dazu, geröstete Zwiebeln und BBQ-Sauce und etwas Grünes auch, nämlich mit Kartoffelwürfeln gefüllte Paprikaviertel.
Das Schweinefleisch war am Nachmittag ein paar Stunden in der Röhre, in einer Deckelcasserole mit Apfelessig und Muscovado-Zucker und reichlich Knoblauch. Ist ein schönes Essen, gar nicht fett und einfach himmlisch süß-sauer.

Das Rezept für die Barbecue-Sauce fanden wir vor ein paar Jahren in einem amerikanischen Magazin und verleibten es sogleich unserer Sammlung ein. Man braucht eine Gewürzmischung dazu, die erstmal zusammengebastelt werden will, und die ganze Chose muß ein Weilchen kochen wie beim Alchimisten…


… es lohnt sich also nicht, nur einige Löffel voll herzustellen. Zum Glück hält sich diese zauberhafte Delikatesse aber einige Wochen in einem Schraubglas und wer weiß? Vielleicht steht die Eröffnung der Grillsaison schon bald vor der Tür…


Montag, 28. März 2011

Gestern…



… hatten wir ja ausführlich das Thema "Ostereierfarben". Heute widmen wir uns mal der Last-Minute-Oster-Dekoration. Also – falls Sie noch nix Neues haben sollten dieses Jahr. Wir haben unseren Pap in den Keller geschickt, und er hat mit der Zunge im Mundwinkel eine Ladung Pappelholzeier ausgesägt. Zurechtgemacht mit unseren Punkte-Papieren und mit einem Stück Hanfkordel gehen sie prima als Geschenkanhänger für kleine Ostergaben durch. Und anschließend ist nix mit Wegwerfen in den Papiermüll – unsere Holzeier würden nach dem Auspacken sehr gern in österlichen Zweigen hängen oder an Türschlüssel oder Schubladenknäufe. Also zögern Sie nicht lange und schauen Sie hier

Sonntag, 27. März 2011

Wir sehnen uns…


… heute ja manchmal nach Dingen, die es in unserer Kindheit gab und die inzwischen verschwunden sind. Süßigkeiten zum Beispiel, die wir besonders liebten (weil wir nie Geld hatten, um sie uns zu kaufen). Oder sehr charakteristische Marken, die sich uns für immer und ewig eingeprägt haben (weil wir noch so empfänglich waren für Werbung). Wir erinnern uns natürlich genau an Geruch und Geschmack oder doch wenixtens an die Verpackung, die Schrift, die Werbefigur.
Geht Ihnen auch so? Dann können Sie sich vorstellen, daß wir uns als alte Nostalgiker ein Bein abfreuen, wenn wir gelegentlich Sachen finden, die ihre kleine Existenz aus dem Jahr Pief ins Heute hinübergerettet haben. Unverändert.
Wie Heitmanns "Iris-Eierfarben". Kennen Sie die?


Bei uns wurden Ostereier immer und ausschließlich mit Heitmanns Eierfarben gefärbt, niemals mit Kaltfarben oder diesen schmierigen Stiften in unappetitlich grellen Farbtönen. Nein, unsere Ostereier kamen ins Heißbad und wurden mit größter Sorgfalt hin- und hergewendet, damit sie perfekt mit Farbe überzogen waren. Nach dem Trocknen wurden sie mit einem Stück geräucherter Speckschwarte abgerieben und mit einem Papiertuch poliert, bis sie einen matten Schimmer besaßen. Diejenigen, die nicht makellos waren, wurden am Ostersonntag beim Frühstück als erste verzehrt, damit sie das schöne Bild des Eierkörbchens nicht länger verdarben. Reichlich Aufwand für ein paar Ostereier, finden Sie? Stimmt.
Trotzdem können wir von diesem Ritual nicht lassen. Es findet bis heute jedes Jahr am Vorabend des Ostertages statt, inklusive Räucherspeckschwarte. Und selbstverständlich wünschen wir Heitmanns Irs-Eierfarben noch ein sehr sehr langes Leben!

Ach, etwas hat sich aber doch geändert bei diesem unersetzlichen österlichen Utensil: Das Lila fehlt. Ja, das Lila, das es früher als sechste Farbpastille gab, ist nicht mehr da. Die lila Eier sahen immer am allerbesten aus, ganz satt und leuchtend. Wir wissen jetzt nicht, welcher Maßnahme gerade die Farbe Lila zum Opfer fallen mußte, es ist sehr schade, daß sie nicht mehr dabei sein darf. Jedoch, wir wollen nicht meckern. Der Ostersamstag rückt näher und die fünf Farben anderen gibt es ja noch!

Samstag, 26. März 2011

Voll auf ihre Kosten…



… kamen Franzinellis gestern bei dieser Angelegenheit:

"Wer reitet so spät auf Mutters Bauch? Es ist der Vater mit seinem Schlauch." Jasmin Tabatabai, Jürgen Tarrach und die Untenrumlyrik

Ehrlich, wir wußten garnicht, wieviel Schweinkram in Werken der Poesie herumgeistert! Nichtmal Heines Heinrich schreckte vor deftigen Versen zurück (wenn vielleicht auch nur in seinem geheimen Tagebuch!).
Frau Tabatabai als Domina der derben Worte und ein händeringender Herr Tarrach, der über dem Sex im Gedicht die Fahne der Romantik zu schwenken versuchte – großartig! Im Programm hatten sie ihn wohl vergessen, aber Andreas Platthaus war ein toller Moderator des Abends. Wellen von Gelächter, prasselnder Applaus – ganz offensichtlich hatten nicht nur Franzinellis einen Riesenspaß.

Heute sind wir noch hier:

"Harry, fahr schon mal den Wagen vor" Die Welt der Nebenfiguren mit Suzanne von Borsody, Jürgen Tarrach und Dieter Moor

Angeblich soll der alte Derrick oben erwähnten Satz ja niemals gesagt haben. Wir können da nicht mitreden, aber bestimmt wird es uns im Lauf des Abends erhellt werden. Ansonsten lassen wir uns einfach überraschen.
Morgen ist die LitCologne dann vorbei und wir fragen uns natürlich, wie wir näxte Woche unsere Abende verbringen werden. Möglicherweise gehen wir mal ins Kino. Da waren wir schon ewig nicht mehr…

Und außerdem:

Diser Tage haben wir ins unseren Stoffresten gestöbert und festgestellt, daß bei den Kinderzimmersäcken immer nicht so gut brauchbare Stücke übrigbleiben. Also haben wir uns hingesetzt und ein kleines Patchwork-Kissen zusammengebastelt. Es könnte heißen: Eulen im karierten Fenster. Oder so. Und so sieht es aus:


Zu finden ist es hier. Morgen werden wir mal kukken, was wir sonst noch haben und was sich daraus machen läßt…

Mittwoch, 23. März 2011

Kleine Ferkeleien…


… erwarten uns heute Abend bei der LitCologne, oder wenixtens hoffen wir das, denn wir gehen hierhin:

"Wer reitet so spät auf Mutters Bauch? Es ist der Vater mit seinem Schlauch." Jasmin Tabatabai, Jürgen Tarrach und die Untenrumlyrik

Wir haben selbstredend hohe Erwartungen an den Vortrag, die noch dadurch befeuert werden, daß wir die Kunst vom Herrn Tarrach schon vergangenes Jahr im Rahmen der Lit genießen durften: Bei einer sehr vergnüglichen Veranstaltung zum Thema Trivialliteratur, bei der nämlicher Herr von Lachattacken heimgesucht wurde, während er eine an Albernheit nicht mehr zu überbietende Sex-Szene zu lesen versuchte. Wellen von Gelächter rollten am Ende durch das Schauspiel Köln.
Wir sind, wie Sie sich denken können, gespannt wie Flitzebogen.

Und außerdem:

Da Essen bei Franzinellis eine große Rolle spielt, besitzen wir natürlich haufenweise Kochbücher. Die meisten haben schon ein paar Jährchen auf dem Buckel, werden aber immer wieder gerne hervorgezogen. Zum einen deswegen, weil sich bewährte Lieblingsrezepte in ihnen befinden, zum anderen, weil man kurioserweise gelegentlich Lekkereien darin entdeckt, die man vorher übersehen hat. Was übrigens auch ein Grund ist, weshalb wir uns selten bis nie neue Kochbücher kaufen.
Sehr kostbar ist uns jedenfalls eine kleine Reihe aus dem Carlsen-Verlag, die inzwischen nur noch antiquarisch zu haben ist. Jedes Buch behandelt ein eigenes Thema vom Apfel bis zur Zitrone, und alle punkten mit flotten, meist vegetarischen Rezepten aus der anglo-amerikanischen Küche. Da sind tolle und ausgefallene Sachen dabei, zum Beispiel sensationelle Apfeltaschen, sommerliche Gemüsesandwiches, Schalotten-Waffeln oder Tomaten-Lasagne.





Und als wir dieser Tage mal Pellkartoffeln brauchten und mit einem Haufen schlaffer Schalen dastanden, stach uns diese Delikatesse ins Auge: Crisp Potato Skins. Wir geben zu, sie sehen hier nicht so ultra-attraktiv aus. Einige hatte der Fotograf vor der Aufnahme auch bereits verzehrt. Aber probieren Sie das mal, wenn Sie beispielsweise Backkartoffeln machen und die Schalen übrigbleiben: Einfach ein bißchen zerkleinern, mit Salz und Pfeffer und Chilis mischen, ein Löffelchen Olivenöl dazu und ab unter den Backofengrill. Ist richtig lekker, ehrlich!




 Ach, ein Ründchen flitzen waren wir heute auch schon. Es war sogar herrlich: Sonnig mit einer kleinen Brise, am Himmel sang die Lerche, die Pferde wälzten sich verzückt auf der Koppel und auf einem Stück Weg saß ein großer Osterhase. Morgen soll es hier vielleicht ein paar Tropfen regnen, dann werden wir ein Wunder erleben, wenn alles Grün mit einem Schlag herauskommt. Da kann man sogar einer an sich öden Sportart wie Joggen ihre schönen Momente abgewinnen…

Es muß sein…


… so ein bißchen Frühjahrsputz! Und erschrecken Sie nicht, wir sind es immer noch!
Aber nachdem wir heute den Vorgarten und den Hof geschrubbt haben, wo es noch winterlich schäbig und grau aussah, fanden wir, es könnte nicht schaden, auch unseren Blog ein bißchen zu überholen. Sie dürfen es ruhig sagen, wenn es Ihnen nicht gefällt. Lieber wäre uns natürlich das Gegenteil :)

Weil wir heute so fleißig im Freien waren, schieben wir schon wieder entsetzlichen Kohldampf. Woran liegt das eigentlich? An der frischen Luft? Wir wissen es nicht, aber wir machen zum Abendessen etwas besonders Lekkeres, das wir alle gern mögen: Tiroler Waldschnitzeln. Die haben nix mit Fleisch zu tun, im Gegenteil, sie sind komplett veg. Aus piepklein gehackten und geschmorten Champignons, Weißbrot, Zwiebeln und Petersilie.




Kleine Nockerln formen, in Paniermehl wälzen und in wenig Butterschmalz goldbraun braten.


Dazu ein schönes Salätchen mit Essig-Öl-Dressing. Warum genau die Dinger "Waldschnitzeln" heißen, haben wir leider vergessen, und auch, wer sie irgendwann mal erfunden hat. Wir danken trotzdem, denn wir können es mal wieder kaum abwarten bis zum Essen!

Und außerdem:

Dieser Tage konnten wir einen zauberhaften kleinen Stoffrest ergattern und haben einen neuen Kinderzimmer-Allzwecksack genäht. Sommerlich, oder? Unnötig zu betonen, daß die Löwen ausschließlich lieb sind!
Wir haben ausgerechnet, daß wir aus dem Stück genau sechs Säcke herausbekommen, dann ist es für immer und restlos alle. Falls Sie also Verwendung haben, kukken Sie lieber zeitig hier!



Dienstag, 22. März 2011

Dieser Tage bei der Lit…



… fanden Franzinellis, daß der Herr Willemsen zwar drolligerweise ziemlich plüschig aussieht, doch darauf kommt es nicht an. Herrschaften, der Mann ist belesen und zungenfertig! Vielleicht hatte er heimlich ein Manuskript vor sich auf dem Tisch liegen, aber ebensogut ist es möglich, daß er seinen ethusiastischen Vortrag über Sam´l Pepys einfach aus dem Stegreif gehalten hat, letzten Samstag bei der LitCologne im Kölner Schauspiel bei dieser Veranstaltung:

Emporkömmling, Schürzenjäger, Schwadroneur! Roger Willemsen und Martin Reinke auf den Spuren von Samuel Pepys

Irgendwie mußten wir leider festestellen, daß wir eine ziemlich zusammengeschnurrte Ausgabe von Mr Pepys´Tagebuch besitzen, denn all die kleinen Schweinigeleien, die der Herr Reinke auf´s Amüsanteste zum Besten gab, sind darin garnicht zu finden! Wir werden hier nachbessern, beim näxten Besuch in der Buchhandlung.

Gestern dann waren wir hier:

Doch das Messer sieht man nicht – Marie Bäumer, Christian Brückner und Gerd Köster in der Schlangengrube der Literaturgeschichte

Traurigerweise hatten wir hin und wieder ein großes Fragezeichen über unseren Köpfen – in der Schule hieß das unter Aufsätzen: Thema verfehlt – und rätselten darüber, was die Vortragenden uns wohl eigentlich mitteilen wollten. So richtig konnten wir die Schlangengrube nicht erkennen. Jedoch, der Herr Köster, uns bislang nur flüchtigst bekannt von "The Piano has been drinking", sowie der sensationelle Herr Brückner – machen Sie die Augen zu und Sie hören Robert de Niro – gestalteten die Sache kurzweilig. Marie Bäumer saß ganz zart zwischen den beiden. Und hatte übrigens tolle rote Pumps an.

Sonntag, 20. März 2011

Der Winter geht…




… nun endlich, hoffen wir, denn schließlich haben wir ihm bereits weit die Tür aufgemacht. Sehr weit, um genau zu sein. Es ist natürlich möglich, daß er sich auf der Schwelle nochmal umdreht und einen Versuch startet, wieder hereinzukommen, aber wir werden ihn keinesfalls ermutigen, im Gegenteil! Voraussichtlich würde er sich auch nicht mehr allzusehr zu Hause fühlen, denn wir sind längst dabei, winterliche Accessoires für die näxten Monate einzumotten und den Speisezettel allmählich auf Sommerbetrieb umzustellen. Dies manifestiert sich beispielsweise darin, daß die allerallerallerletzten Blutorangen – Orangen = winterliche Vitaminlieferanten wg. Fehlen anderer Quellen – daß also die allerletzten Blutorangen ihren Weg in Franzinellis Saftpresse angetreten haben. Jetzt gibt es endgültig keine mehr bis irgendwann im späten Herbst und wir weinen ihnen keine Träne nach, ehrlich. Unser Blick ist nach vorne gerichtet, auf Spargel und Salat, die in zum Glück nicht allzuferner Zukunft hier auf den Tellern auftauchen werden.



Winter adé, Sportschuhe willkommen – so könnte ein vernünftiges Motto lauten, allerdings sind Franzinellis eher keine Sportskanonen und wir finden gern allerlei Ausreden, um den regelmäßigen Besuch von Gym oder Jogging-Piste irgendwie umschiffen zu können. In der kalten Jahreszeit fällt das selbstredend doppelt leicht. Da wir aber wissen, wie schrecklich ungesund eine solche Haltung ist, stehen die Laufschuhe nun wieder griffbereit auf der Matte. In London übrigens, so durften wir bei einem gemütlichen Spaziergang auf dem Embankment feststellen, rennt der sportliche Arbeitnehmer während seiner lunch break, und gleich kamen wir uns wie lahme Enten vor. Wir haben aber darauf verzichtet, irgendwelche guten Vorsätze aus dem Anblick vorbeiflitzender Londoner abzuleiten. Wir halten so etwas ohnehin nicht durch…

Samstag, 19. März 2011

Kollegen-Schatzkästlein No. 11


Eigentlich haben Franzinellis ja ausreichend Schnikkes & Nippes für alle jahreszeitlichen Anlässe. Und anstatt nach Neuem Ausschau zu halten, sollten wir zuerst mal sämtliche Kisten und Kartons in unserem unmöglichen Keller nach Dingen durchforsten, die wir seit Jahren nicht mehr hervorgeholt haben. Man muß sich auch trennen können, oder?

Doch obwohl ja Fastenzeit ist und das Fest noch ein Weilchen hin, konnten wir der Versuchung nicht widerstehen, bei den Dawanda-Kollegen zu stöbern, was sie so haben zum Thema Ostern im Allgemeinen und Hasen im Besonderen. Und wir durften feststellen, daß zu diesen Sujets noch längst nicht alles gesagt ist!
Hier ist also unser

Kollegen-Schatzkästlein No. 11 „Hase“
Enjoy






Alle Produkte bei Dawanda



1 - Kreisbild Hase von renna

2 - Fingerpuppe Osterhase von faserverbund


4 - Ostern von 13gramm

5 - Hasenkerl Heinrich von mARTinahaussmann

6 - Hase-im-Feld-Kette von Perlerei-Liebevoll

7 - Aufgeweckter Has von Frau Hahn

8- Ostergruß-Geschirrtuch Hase von LENIundzeus

9 - Anstecker Hase von morgenistgesternheute



Eine Woche in Kultur…




… machen Franzinellis bei der LitCologne 2011.
Diese Veranstaltung ist jedes Jahr wieder ein Riesenvergnügen, und wenn Anfang Januar das Programmheft herauskommt, liegen wir abendelang auf der Kautsch und knabbern an den Enden unserer Bleistifte, mit der Überlegung beschäftigt, wohin wir gehen werden. Und Eile tut not, viele Lesungen sind nämlich im Nullkommanix ausverkauft.
Zum Beispiel diese hier am gestrigen Abend im Theater am Tanzbrunnen:

Wenn wir bedenken, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt“ Jan Josef Liefers, Axel Prahl und Paul Ingendaay schwärmen für Mark Twain.

Wir schwärmen seitdem auch, nämlich für den ganz zauberhaften Herrn Ingendaay, der uns auf wundervolle Weise die Vita des Herrn Twain nahebrachte, während die Herren Prahl und Liefers vor offensichtlichem Vergnügen an ihren Vorträgen beinahe platzten. Wir hatten schon beinahe vergessen, wie sensationell komisch der Dialog zwischen Tom Sawyer und Huck Finn über das Entfernen von Warzen ist.
Heute Abend hören wir:

Emporkömmling, Schürzenjäger, Schwadroneur! Roger Willemsen und Martin Reinke auf den Spuren von Samuel Pepys

Wir fanden das unglaublich passend zu unserer London-Reise und sind natürlich extrem gespannt.

Donnerstag, 17. März 2011

Teil 3: Zurück aus Big City…


… haben Franzinellis mal einen Haufen Fotos sortiert. Und wir geben Ihnen gerne welche zum Schauen. Vielleicht fahren Sie demnäxt hinüber und schlagen wie wir lang hin angesichts des touristischen Overkills. Vielleicht auch nicht, das nimmt ja jeder anders wahr.
Aber es gibt eine Menge herrlicher Orte, die man nicht gleich mit Tausenden anderen teilen muß. Wir zeigen Ihnen noch schnell ein paar davon.




Falls Sie sich einmal vom Trubel an den berühmtesten Sehenswürdigkeiten erholen wollen: Fahren Sie mit der Metro bis Chancery Lane oder Temple und schlendern Sie eine Weile durch die Inns of Court. Einst Ausbildungs- und Wohnstätten für Juristen, residieren rund um die grünen Innenhöfe heute gerichtszugelassene Anwälte mit ihren Büros. Man könnte glatt glauben, die Zeit sei stehengeblieben, so friedlich ist es dort. Nehmen Sie ein Picknick mit und genießen Sie.
Und sollten Sie am Ende noch ein Stündchen Zeit haben und es lohnt sich nicht mehr, woanders großartig etwas Neues anzufangen: The Hunterian Museum im Royal College of Surgeons finden Sie in Lincoln´s Inn Fields. Dort können Sie betrachten, wie die Wissenschaft dereinst begann, sich die Kinderschuhe abzustreifen. Spannend, kurios und rührend. Der Eintritt kostet nichts.


Diese beiden seltsamen Kollegen fanden wir in einem überaus putzigen Museum tief im Osten Londons, im Victoria & Albert Museum of Childhood. Die Sammlung umfaßt Spielsachen, Kleidungsstücke, Fotos und Kinderzimmereinrichtung aus den letzten fünf Jahrhunderten. Das Ganze ist ein bißchen unsortiert dargeboten, aber mit ganz viel Charme. Fahren Sie nach Bethnal Green und nehmen Sie jedenfalls die Kinder mit: Die werden dort ganz wunderbar unterhalten und können sich richtig austoben, während die Senioren zwischen den Vitrinen umherschlendern und kukken. Der Eintritt in dieser gastlichen Stätte ist frei.
Falls Sie grundsätzlich irgendwelche Puuten zu beschäftigen haben, können Sie auch ins Museum of London gehen oder dessen Ableger Museum in Docklands auf der Isle of Dogs. Sind beide molto interessante, schick & modern und die Zwerge werden sehr angesprochen. Da kommt gar nicht erst Langeweile auf und auch hier sind die Eintritte frei. So macht man Museum richtig.


An irgendeinem Tag, wenn Sie in London sind, kommen Sie garantiert an Piccadilly Circus vorbei. Garantiert. Auch wenn Sie eigentlich touristische Treffpunkte mit Himmel und Menschen und einem gigantischen Verkehrschaos nicht so mögen. Steigen Sie trotzdem aus dem Bus oder aus der Metro und trotten Sie in westlicher Richtung Piccadilly hinunter. Da finden Sie nicht nur Fortnum & Mason, sondern auch die ganz wundervolle Buchhandlung Hatchard´s mit jeder Menge signed editions, denn Authors love Hatchard´s. Da können Sie eine Weile schmökern und sich fühlen wie zu der Zeit, als Buchläden zu einer derartigen Beschäftigung noch einluden. Alsdann: die unvergleichlich elegante Burlington Arcade. Gehen Sie in der Dämmerung hin, die Passage ist phantastisch beleuchtet.
Sollten Sie zu denjenigen gehören, die keine Erfüllung darin finden, ihren Kaffee aus einer Pappschnabeltasse auf der Straße zu schlürfen, gönnen Sie sich ein Teechen. Wenn Sie es richtig anfangen wollen, gehen Sie ins Ritz , but make sure you´re feeling rich. Reservierung und smart dress erwünscht. Wir fanden, Wolseley ist auch nicht zu verachten, um den vielfach gepriesenen Afternoon Tee zu genießen (und danach auf´s Abendessen zu verzichten), aber ganz normalsterblich fühlen darf man sich bei Richoux. Und sehr schön ist es dort auch. Es gibt übrigens eine Filiale auf der Brompton Road, für den Fall, daß Sie mal komplett erschlagen von Parfumdünsten bei Harrod´s herausstolpern.



Wir fanden traurigerweise, daß es Orte in London gibt, die leider ungesehen bleiben müssen, es sei denn, man stürzt sich mit Todesverachtung in das Getümmel aus Klasse-10-Abschlußfahrern, Reisebusgruppen aus ganz Europa und dem allgemeinen Verkehrsgewühl. Westminster gehört dazu. Aber wenn Sie die Westminster Bridge überqueren, können Sie auf der South Side prima und ungestört flanieren. Und einen richtig schönen Blick auf den alten Big Ben und Houses of Parliament werfen. Sie können dort auch Fotos machen, die den Eindruck erwecken, das ganze Ensemble stünde da in ehrwürdiger Einsamkeit. Gehen Sie bis Lambeth Bridge und von da aus zurück zum Parliament Square. Unterwegs können Sie sich immer noch überlegen, ob Sie sich unbedingt an Westminster Abbey zur Besichtigung anstellen müssen.
Die Kirchen in London nehmen übrigens Eintritt. Westminster wissen wir jetzt nicht, aber St. Paul´s kostet geschmeidige 16 EUR. Pro Nase. Puuten 6 EUR. Dafür gibt´s einen schicken multimedia guide und eine Führung. Sollte man sich vielleicht gelegentlich gönnen, wenn´s gerade paßt.


Und an einem herrlichen Tag machen Sie einen Ausflug in den Hyde Park und nach Kensington Gardens. Da ist es schön, selbst im späten Winter, und die Puuten können ein bißchen herumrennen, außerdem ist Kensington High Street nicht weit. Und wenn Sie an den Spiegeln vorbeikommen, machen Sie ein Foto. Wie alle. Wie Franzinellis natürlich auch.





Mittwoch, 16. März 2011

Teil 2: Zurück aus Big City…


Als wir sagten, daß wir nach London fahren, wurden wir von gewissen Leuten tüchtig verhöhnt. Glauben Sie nicht? Doch, ehrlich. Wissen Sie warum? Weil das Essen so schlecht ist. Kein Witz. Weiß ja auch jeder, oder? In ganz England gibt´s Fish & Chips, wobei das noch das Beste ist, was man kriegen kann, und ansonsten nur ungewürztes, graues, unidentifizierbares Zeug. In London ist das natürlich nicht anders.
Nun ja. Manche leben eben hinter dem Mond.
Da Franzinellis sozusagen ständig ans Essen denken, war dieses Thema auf unserer kleinen Reise ein überaus wichtiges solches. Und ein unerschöpfliches dazu. Denn in London besteht die größte Schwierigkeit im Hinblick auf Speisen & Getränke darin, sich entscheiden zu müssen. Ist schlimm, wirklich. Man möchte traditionell essen, aber auch lekker Asiatisch in sämtlichen Facetten und afrikanisch selbstredend auch und was es sonst noch gibt. Ein Drama, wenngleich eins, das großen Spaß macht: All die Debatten jeden Mittag und Abend. Und dann war auch noch Pie Week!
Nebenbei: Fish & Chips haben wir gar nicht verzehrt. Zum einen muß man in Big City erstmal einen Ort finden, wo welche angeboten werden: Vorbei sind die Zeiten, als an jeder Ecke ein Pommes-Laden stand und man quasi nur der Nase nach gehen mußte. In unserem favourite pub wurde jenes Gericht zwar äußerst appetitlich serviert, allein, die anderen Verlockungen waren stärker…


Egal, wo man herumkommt in England: Ein angestammtes pub sollte man haben und wenn es nur für ein paar Tage ist. Da kann man schön essen, gemütlich abhängen und man trifft Himmel und Menschen. Der Glaube, das englische Bier würde einem nahezu handwarm hingestellt, hält sich im Übrigen wie manch anderes Gerücht ziemlich hartnäkkig. Ist aber auch schon wieder nicht wahr. Und man bekommt keineswegs eine namenlose braune Brühe, die man keinem Esel ins Ohr gießen kann. Wer kein Biertrinker ist, findet außerdem eine erstaunliche Auswahl ordentlicher Weine im pub seiner Wahl. Kosten keinen Arm und kein Bein. Vor Jahren war mal ein Getränk mit Namen shandy modern in den Kneipen, besonders bei den Mädels. Wir haben leider ganz vergessen zu fragen, ob das heute noch bestellt wird.


Essen in Spitalsfields market. Der Hammer, sagen wir Ihnen. Wir wußten nicht, wo wir anfangen und aufhören sollten: Thailändisch und marokkanisch und chinesisch und japanisch und bulgoki-koreanisch und sudanesisch und türkisch. Und dann hatten wir auf der verkehrten Seite angefangen und mußten Salt Beef und die besten Bagel von London auslassen. War ein kleiner Trost, daß in beiden Läden die Schlangen kilometerlang zur Tür herausstanden. Und es ist ja nichts verloren, wir fahren wieder hin!



Und dann müssen wir Ihnen noch etwas zeigen, das heute schon als Kuriosität gilt und das es in ein paar Jahren vielleicht nicht mehr geben wird. Wir waren an einem Tag in einem der letzten Pie Shops, die in London noch existieren, allerdings akut vom Aussterben bedroht sind: Manze´s on Tower Bridge Road. Pie Shops waren lange Zeit allerorten in der Stadt zu finden: Futterstellen für die hart Arbeitenden, für ein schnelles, sättigendes Essen zu jeder Tageszeit. Es gab Pie, Mash and Liquor – Sauce mit Petersilie – oder Jellied Eel für ein paar Kröten, und man bestellte nach Gusto und Hunger: Two Pie, two Mash oder Three Pie, two Mash oder wie man wollte, ein Schlägelchen Sauce drauf, fertig.
Wir wollen jetzt nicht so tun, als hätten wir in Manze´s antikem Etablissement das beste Essen unseres Lebens bekommen. Und Vegetariern und kulinarischen Ästheten können wir von einem Besuch nur abraten. Aber wir haben ein Stück vom alten London kennengelernt, das ansonsten kaum noch zu finden ist. Mit einer Einrichtung aus dem Jahr Pief und mit Londonern, die sich in Frieden two pie, three mash hinter die Kiemen schieben, ohne chichi und ungeachtet irgendwelcher Vorbehalte hinsichtlich Kalorien oder sonstigen lästigen Nebensächlichkeiten. Aal hatten sie übrigens keinen mehr, der ist inzwischen zu teuer für das Prinzip Pie Shop. War schade. Hätten wir gern auch mal probiert.