Mittwoch, 6. Juli 2011

Wie Sie wissen…


… gehören Franzinellis ja nicht zu den Sportlichsten. Wenngleich wir mit Befremden hören mußten, daß einer von uns demnäxt den Kölner Halbmarathon mitlaufen wird. Nun gibt es in jeder Familie ein schwarzes Schaf, und selbstverständlich werden wir anderen an der Strecke stehen, vorzugsweise bei Kilometer 10,5, und alberne Schilder schwenken, das gehört sich einfach so. Außerdem haben wir einen Kuseng, der radelt und läuft, da dürfen Sie nicht hinkukken, ehrlich! Sie kämen sich sofort wie eine lahme Ente vor. Es kann passieren, daß man sich beim Joggen einen Hügel hinaufmüht und oben auf dem Weg eine pfeilförmige Silhouette auf einem Sportrad vorbeizischen sieht, in der man eben noch den Kuseng erkennt. Kein Gedanke natürlich, daß er mal anhält und einem die Tageszeit sagt. Bevor man auf der Hügelkuppe ankommt, ist er dann bereits den gegenüberliegenden Abhang hinuntergeflitzt und man sieht ihn als Punkt in der Ferne verschwinden.
Aber wie auch immer.
Heute war es bei uns sehr warm und sonnig, mit einigen weißen Wolken an einem azurblauen Himmel wie in Italien. Es war aber auch windig, deshalb konnte man laufen wie ein Hase. Wirklich! Und das sagen wir, die nicht im Verdacht stehen, bei der körperlichen Ertüchtigung besonders strebsam zu sein! Und das Allerschönste war, man durfte beim Rennen den Sommer von seiner besten Seite genießen: Lerchengesang und Heugeruch in Luft, durch die Getreidefelder rollten kleine Wellen wie durch einen gelben Ozean, und dann waren auch noch die ersten Brombeeren reif. Herrlich war das. So ein Händchen voll Beeren zwischendurch ist echt erfrischend. Das Nachhausekommen war wie gewöhnlich wunderbar. Und das Wunderbarste ist, daß die Laufschuhe nun wieder ein paar Tage auf der Kellertreppe verschwinden werden…


PS: Gehören Sie zu denen, die Brombeeren pflücken gehen? An Bahndämmen oder Feldrainen oder in verwilderten Gärten? Ist Ihnen mal aufgefallen, daß Beerenpflücken einen ganz eigentümlichen Reiz hat? Obgleich Brombeeren ungemein unschöne Eigenschaften aufweisen, namentlich fingerlange Dornen, zudem grundsätzlich in enger Gesellschaft mit mannshohen Brennesseln wohnen und von dichten Geschwadern aggressiver Insekten umschwärmt sind, nicht zu vergessen, daß die dikksten & lekkersten Beeren unerreichbar an den höxten Zweigen oder hinter einem verrosteten Stacheldraht waxen – der Pflücker wird von einem ungeheuren Ehrgeiz ergriffen und findet sich unversehens mit seinem Eimerchen in einem Dickicht stehend, in der Überlegeung begriffen, wie er an seine Beute gelangen könnte, ohne sich von Kopf bis Fuß zu brennen. Bei uns ist das so. Und dazu befinden wir uns in Konkurrenz mit einigen eifrigen Rentnern, die mit Leiter und Heckenschere anrücken. Aber die wissen ja vielleicht noch nicht, daß schon etwas reif ist…

Kommentare:

  1. Brombeeren pflücken habe ich als Kind gerne mit meinem Vater gemacht und die Unerreichbaren schienen immer am leckersten zu sein *schmunzel*!

    Glg, Ina, die total unsportlich daher kommt...:)

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  2. Freilich gehören wir ebenfalls zu den eifrigen Beerenpflückern, aber definitiv ohne Laufschuhe und im Schneckentempo! lg

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