Montag, 2. Mai 2011

Wir müssen Ihnen…


… heute mal etwas außerordentlich Rheinisches vorstellen, nämlich eine Scheibe Weck mit Rübenkraut.


Laut Professor Adam Wredes "Neuem Kölnischen Sprachschatz" aus dem Jahr Pief handelt es sich bei "Weck" um "keilförmiges Gebäck… immer aus guten Weizenmehl ". Wir sagen auch "Platz" dazu, den der Professor als ein "rundes… aus bestem Weizenmehl… bereitetes Gebäck" beschreibt, wenngleich der "Kirmesplatz" wieder länglich war, mit Butter und Eiern angereichert. Da hatte der Esser dann Kirmes, und nicht nur, weil ein Karussell auf dem Markt stand!
Wie auch immer: Früher wurde bei Oma Sofie und Tante Agnes jeden Nachmittag Kaffee getrunken. Da kamen wir nicht "um vier", wir kamen "zum Kaffee". Unter der Woche war selbstredend an Kuchen nicht zu denken, aber ein Weck – oder Platz – lag immer im Schrank.
"Krißte och en Schiev Weck?" ("Bekommst Du auch eine Scheibe Weck?") wurde der Eintretende gefragt. Und auf dem Teller erschien eine dikke Scheibe, sorgfältig mit Butter und Rübenkraut bestrichen. Sie glauben gar nicht, wie wunderbar diese Kombination zusammenpaßt: Der Weck eher neutral als süß, das Rübenkraut hingegen süß und herzhaft zugleich – sensationell. Man läßt jede Torte dafür stehen, zumindest als in der Wolle gefärbter Rheinländer.
Zu Ostern backen wir übrigens jedes Jahr einen gigantischen Weck, denn der gehört unbedingt zu Schinken und Eiern. "Häste alld Weck jebacke?" (Hast Du schon Weck gebacken?") wird man in der Karwoche gefragt. Aber auch eine Stulle aus Käse, Schwarzbrot und Weck ist keinesfalls zu verachten, die heißt dann "Weckbotteram".
Wir hatten noch Weck von Ostern in der Eistruhe. Und machen jetzt mal Kaffee…

1 Kommentar:

  1. DANKE....hab Kaffee geschlürfft und mitgegessen ;-))) *freu*

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