Freitag, 26. März 2010

Haushaltssachen No. 3

Mal ganz ehrlich: Wann haben Sie zuletzt einen Braten gemacht? Vorigen Sonntag? Zu Weihnachten? Noch nie, denn Sie sind Vegetarier? Wie auch immer, vielleicht ist Ihnen mal aufgefallen, daß es nicht so einfach ist, eine anständige Sauce herauszubekommen aus dem, was sich nach der Braterei im Topf befindet. Franzinellis suchen bei diesen Gelegenheiten unweigerlich ganz hinten im Schrank nach Haushaltssache No. 3

dem Fett-Trenner




Nun muß es ja einmal ganz klar und deutlich ausgesprochen werden: Allein die Bezeichnung ist eine Beleidigung für die Ohren eines ästhetisch denkenden Menschen, finden Sie nicht? Fett-Trenner. Ein schauderhaftes Wort mit zuvielen Konsonanten, das einen zudem unersprießlicherweise an das Hüftgold erinnert, das man längst und dringend hatte abschaffen wollen. Oder daran, daß man weniger Fleisch und mehr Gemüse essen wollte. Schließlich brauchte man überhaupt keinen Fett-Trenner, würde man sich nur endlich auf Grünzeug beschränken!
Es ist schon schändlich, wenn man darüber nachdenkt.
Dabei ist es faktisch so, daß jene mäßig sympathisch anmutende Haushaltssache – der Fett-Trenner – eine geniale Erfindung darstellt. Genialer noch als, sagen wir, der Gemüsehobel. Oder der Toastständer. Denn der Fett-Trenner ist angewandte Physik, wirklich und wahrhaftig. Glauben Sie nicht? Nun, vielleicht haben Sie beim Anblick eines Moppelchens in der Badeanstalt noch nie hämisch gedacht "Fett schwimmt oben." Nett von Ihnen. Aber Fett schwimmt oben, denn es wiegt weniger als Wasser. Das haben sogar Franzinellis begriffen, durch die Bank Schwachmaten im Physik-Unterricht. Nehmen Sie also Ihren Bratentopf, befördern Sie den Inhalt in den Fett-Trenner – ohne Braten selbstredend! – und schauen Sie, was nach kurzer Zeit passiert. Ganz richtig, der Bratenfond, den Sie haben wollen, sinkt zu Boden. Und die Fettschicht, die Sie keinesfalls haben wollen, liegt darüber, quasi der unverrückbare Riegel vor einer genießbaren Bratensauce.
Verzweifeln Sie nicht.
Gießen Sie einfach den Fond langsam über die Seite des Fett-Trenners aus, an der sich der Kamin befindet – Sie sehen ihn rechts im Bild. Der Kamin reicht bis zum Boden des Gefäßes, wo der Saucenfond liegt. Das Fett ist zu leicht, gelangt deshalb nicht in die Kaminöffnung und bleibt folglich zurück. Das ist wirklich eine schöne Sache.
Vorausgesetzt, man macht mal wieder einen Braten.
Womit wir beim eigentlichen Anlaß für die Entstehung der Rubrik "Haushaltssachen" wären: Wir könnten nämlich unseren Fett-Trenner, trotz seiner Nützlichkeit, ebensogut zur Blumenschale umfunktionieren. Oder auf dem Flohmarkt für 50 Cent verhökern (an jemanden, der ihn zur Blumenschale umfunktioniert?). Wir brauchen das Teil praktisch nie. Warum also haben wir ihn noch im Schrank? Dabei fällt uns ein, daß kommendes Wochenende der Osterhase im Kalender und damit ein Festessen auf dem Plan steht! Nun… also… da werden wir wohl den Fett-Trenner brauchen… aber anschließend werden wir jedenfalls über das Thema ganz neu nachdenken, das steht felsenfest…

Und außerdem:

Passend zum obigen Sujet haben Franzinellis sich entschlossen, dieses Wochenende besonders auf Gesundheit und Wohlbefinden zu achten. Mit viel Kalzium und Eiweiß und Vitaminen, verpackt in einer sagenhaft seidigen Umhüllung, die auf der Zunge zergeht. Die Wunderspeise heißt Käsekuchen!

Und warum heben Sie jetzt so süffisant eine Augenbraue? Käsekuchen ist ungesund, sagen Sie? Zuviel Fett und Kohlenhydrate? Naja… wenn Sie so gewinnen wollen! Wir hätten Ihnen das sensationelle Rezept verraten, aber jetzt werden wir lieber mal ein Täßchen Tee kochen gehen…

Mittwoch, 24. März 2010

Würfelglück…


… mit Franzinellis!
Ab und zu braucht man ja neues Glück, in unserem Fall neue Motive für unsere Kinderwürfel. Natürlich echte Männerthemen für die Jungs, mit viel Blau, Technik und Tapferkeit!




Dieser kleine monströse Wicht ist bei Franzinellis der absolute Liebling, wenngleich man möglicherweise nicht sagen sollte, wo Monster wohnen… Sei´s drum.

Mädels sind bei uns, wir geben es zu, immer noch echte Mädels, mit sämtlichen Versatzstücken vom Püppchen bis zur Fee.




Wer findet, das Blau-und Rosa-Schema sei völlig out, hat natürlich unbedingt recht. Wir werden uns also zügig hinsetzen und Abhilfe schaffen, mit einem Würfelchen in Rot und Grün für wilde Amazonen und kleine Träumer!

Und dann ist ja auch schon wieder eine Woche herum (plus ein Tag, wir müssen es zugeben!). Wir wollen Sie ungern mit dem seit Ewigkeiten gleichen Anblick langweilen…


… und es ist ja nicht so, daß garnichts passiert! Gestern haben wir ein wenig auf dem Hof gewerkelt und die Komposttonne mit welkem Laub und toten Zweigen gefüllt, und zum Vorschein in Töpfen und Schalen kamen tatsächlich die ersten Fetten Hennen…


… Dachhauswurz (das wichtigste Hausmittel gegen Blitzschlag!)…


… sowie die treue Jakosbleiter.

Außerdem hat Pap Franzinelli bereits Tomatenpflanzen pikiert und Kartoffeln zum Keimen ausgelegt – die goldenen "Annabell", wir blicken dem Saisonstart für Frühkartoffeln schon mit größter Sehnsucht entgegen!

Samstag, 20. März 2010

Ordnung…


… muß sein, auch im Frühling! Oder gerade dann. Wenn nämlich die Sonne wieder häufiger durch die – vielleicht frisch geputzten? – Fenster scheint, und es auf einmal in Ecken und Winkeln schäbig aussieht. Weil zum Beispiel irgendein Knös herumliegt, mit dem man etwas machen wollte, aber man ist noch nicht dazu gekommen und man wird auch nicht mehr dazu kommen, weil jetzt der Garten wartet. Kann man also genausogut ein bißchen aufräumen. Shocking sind übrigens Spinnweben und Wollmäuse an Stellen, an denen sie offensichtlich den gesamten Winter verbracht haben. Man ist tausend Mal achtlos mit dem Wischlappen daran vorbeigetalpt, ohne sie wahrzunehmen. Damit ist jetzt natürlich Feierabend.
Aber wir schweifen ab.

Was wir Ihnen eigentlich zeigen wollten:


Diese piepkleinen Schächtelchen haben wir heute mal gefaltet, aus festem Tupfenpapier, passend zu unseren Holzvogel- und Holzherzenschwärmen. Für Knöpfe, Haarspangen, Gummibänder, Reißzwecke, Büroklammern, Kleingeld. Oder auch Pralinen, Schokolädchen, Gutscheine, Schmuckstücke. Gibt´s jetzt neu im Shop, genauso wie die zwei Kollegen mit einem Motiv aus dem Eifelwald:


Und dann schauen Sie mal, was Mukki Franzinelli gemalt hat:

Es war der allerallerallererste Versuch mit dem Aquarellkasten, und wir müssen noch tüchtig üben, aber rührend, oder?, vor allem die Brokkoli-Bäume und die grüne Sonne…

Dienstag, 16. März 2010

Neulich, die große Langeweile…


… im Baumarkt. Vielleicht kennen Sie das ja auch. Die Mannen suchen irgendwas fades, die Frauen stehen herum und sind angeödet. Aber der Baumarkt bei uns um die Ecke ist ja eigentlich ein Freizeitmarkt, und während die Buben sich eine neue Säge aussuchen, können die Mädels bei den Einrichtungsbüchern stöbern, die es neuerdings dort im Angebot gibt.
Die Bücher waren jetzt nix besonderes, bis auf eins, denn in dem war eine großartige Bastelidee!
Deshalb ist bei uns seit heute schon Sommer:


Und, Herrschaften, ehrlich, es ist ganz einfach und kostet nix. Man braucht nur ein schönes Hochglanzmagazin, das man ausgelesen hat und sowieso wegschmeißen will, dazu eine Schere, ein bißchen Draht und einige Rocaille-Perlen. Und heraus kommen die feinsten Schmetterlinge, die man sich denken kann!


Tauglich für Dekorationen aller Art, zum Beispiel als Schmetterlingskasten in zwei ollen Zinkschalen aus dem Keller…


… oder als Schmuck für eine kleine Flasche mit einigen hoffnungsvollen Zweigen, die vielleicht demnäxt zu grünen beginnen…

… mit ein paar ausgestanzten Papierresten als Aufkleber…


… oder auf eine Butterbrottüte geklebt, in der bald ein Ostergeschenk verpackt wird. Werden die Verwandten sich nicht freuen?


Unser Liebling ist allerdings dieser Metterschling auf einem unserer Papierbilderrahmen mit Magnet. Herrlich zum Wegschenken und Opas Bild wird gleich noch etwas aufgepeppt. Kann man nur wieder froh sein, daß es Leute gibt, die die Ideen haben, die einem selbst nicht einfallen!


Und außerdem:

Wir wollten Ihnen den Hof zwei Wochen nach der letzten Aufnahme nicht vorenthalten. Letzten Dienstag waren wir nicht da, aber wir müssen zugeben, die Fortschritte sind erbärmlich. Genaugenommen: Es gibt gar keine Fortschritte, jedenfalls keine erkennbaren! Doch für die näxten Tage wurden uns vierzehn Grad und mehr versprochen. Wenn das nix hilft…

Samstag, 13. März 2010

Quelle belle ville, Paris…


… Herrschaften, was für eine Woche wir hinter uns haben – Paris en hiver hat immer wieder seinen ganz eigenen Reiz! Arktischer Wind dieses Mal, doch dazu, was für ein Glück! azurblauer Himmel und Sonne den ganzen Tag, jeden Tag! Wieviele Kilometer unter unseren Schuhsohlen dahinglitten, wissen wir nicht, und auch nicht, wie oft wir unsere Metro-Fahrkarten an der Sperre in den Schlitz steckten – sehr oft! Und wir denken schon wieder ans näxte Mal…

Wir geben es zu: Auch wir waren auf Père Lachaise. Aber wir haben keine Prominentengräber angekukkt! Außer die, an denen wir zufällig vorbeikamen, zum Beispiel die letzte Ruhestätte von Gilbert Bécaud – falls den noch jemand kennt. Tatsächlich ist Père Lachaise ein Ort von eigentümlich verwunschener Schönheit, besonders im späten Winter. Man läßt sich einfach treiben zwischen den Totenhäusern, liest die eine oder andere Inschrift, während der Wind in den kahlen Platanen saust, und verspürt eine wundervolle Ruhe. Auf einem Grasrondell lag ein leuchtend roter Kater in der Sonne wie der König aller Grasrondelle und überhaupt aller Katzen der Nekropole. Fragt man sich, welchen geheimen Geschäften Katzen so nachgehen auf einem Friedhof. Oder fragt man sich lieber nicht.



Hier bleiben Sie mal besser ganz rechts und gehen zügig weiter, und selbst dann überholt noch einer: Das sagenhafte Laufband in Châtelet zwischen Metro 4 und Metro 1. Spätabends ist hier nix mehr los, zum Glück.



Die letzte Metro in Cité. Als Tourist hat man´s gut: Man muß nicht zur Stoßzeit fahren. Und hat die schönsten Metrostationen mal ganz für sich…



Es muß nicht immer der Trocadéro sein. Oder das Marsfeld. An einem herrlichen Wintertag unterhalb des Pont d´Iéna eröffnen sich ganz neue Ausblicke auf den Eiffelturm. Die Briefkästen der Hausbootbesitzer hängen übrigens in einer ordentlichen Reihe unter der Brücke, versehen mit den Namen des jeweiligen Schiffs und dem seines Besitzers. Und der Skipper hier hatte sein Boot mit einer Besonderheit dekoriert, die Sie rechts im Vordergrund erkennen können: Schließlich wurde auch die Freiheitsstatue in Paris gebaut, unter anderem von M. Eiffels Chefkonstrukteur.



Und dann talpen Sie nichtsahnend über die Avenue Rapp, schauen gedankenlos in eine Seitenstraße, und da ist er wieder, wie aus dem Nichts!



Diese beiden Kollegen haben den Parvis seit Anbeginn aller Zeiten im Auge oder jedenfalls, seit es Notre Dame gibt. Wir würden sie gerne mal fragen, wie es dort aussah, bevor M. Haussmann auf der Szene erschien, aber natürlich sagen sie dazu nichts, genausowenig wie sie einem mal verraten, ob Quasimodo wirklich so aussah wie Anthony Quinn…



Die unvergleichliche Sainte Chapelle. Es ist dort leider immer sehr voll, aber allzuviel Phantasie ist nicht nötig, um sich vorzustellen, wie der ritterliche Ludwig und seine Königin in ihren Nischen saßen und die Stille und das Licht genossen. Beneidenswert. Dürfte man das doch auch mal, und wenn es nur für eine Stunde wäre…



Wesen mit seltsamem Kopfschmuck…


… bevölkern das Museé d´Orsay.
Den kleinen Alabasterfaun finden Sie in der unteren Halle, wo er zwei Alabasterbärenwelpen beim Verzehren einer Honigwabe zusieht. Sollten Sie gelegentlich in Paris sein, grüßen Sie ihn von uns, wenn Sie ihn sehen, und sagen Sie ihm, wir sehnen uns täglich nach ihm.



Ein Hallenmarkt am Gare de l´Est. Warum bloß mußten wir wieder im Hotel wohnen und konnten nix kochen?



In den Tiefen von Dehillerin…
Gehen Sie da nicht hin, wenn Sie grundsätzlich Küchenartikeln zugeneigt sind und noch etwas Geld übrig haben, sonst sind Sie womöglich am Abend pleite und müssen ein trockenes Baguette essen! Die Chefs von Paris kaufen hier, und die scharfen Zungen der Angestellten sind nicht ohne, aber der Laden und besonders das Untergeschoß sind ein Paradies und ein Tempel…



Wir waren heuer mal in einem Laden, in dem man leider nicht fotografieren durfte, der uns jedoch sehr fasziniert hat, obwohl wir nicht unbedingt eingefleischte Fans der Taxidermie sind: Deyrolle in der Rue du Bac zelebriert die Kunst der Präparation seit 1831 in höxter Vollendung. Die dargebotenen Exemplare – von der Giraffe bis zur kleinsten Stechmücke – lassen einen glauben, sich an Bord der Arche Noah verirrt zu haben. Wir schwelgten lange über Kästen mit Smaragdkäfern und zauberhaften elfenartigen Heuschrekken und dachten über den Erwerb eines wundervoll flauschigen Entenkükens nach, allein, die Preise…

Und dann wirklich etwas aus der Rubrik "Seltsam & Merkwürdig": Wenn Sie mal im 1. sind, kukken Sie kurz ins Fenster von "Aurouze Chimie". Man ist einen Moment sprachlos angesichts der drastischen Dekoration jener berühmten Kammerjägerfamilie seit 1872: Eine saubere Reihe erlegter Nager ziert die Auslage. Vielleicht präpariert von Deyrolle, wer weiß…

Und außerdem:

Dieses Jahr haben wir uns – ausnahmsweise, ehrlich! – mal ein Souvenir mitgebracht: Ein piepkleines Kochbuch mit Rezepten und dazu piepkleine Cocottes! Wenn Sie jetzt finden, daß dies eher ein Thema für die Haushaltssachen ist, haben Sie wohl recht. Aber die abgebildeten Speisen sahen so verlockend appetitlich aus! Und wenn Sie als besessener Koch je bei Dehillerin waren, werden Sie wissen, wie schwierig es ist, zu widerstehen…
Die Farbe der Cocottes heißt übrigens "Vulkan". Nomen est Omen, kann man da nur sagen, wenn sie demnäxt mit irgendeinem köstlichen Inhalt aus dem heißen Ofen geholt werden!

Nun sind wir wieder daheim und versuchen, uns in der Provinz einzuleben… bis zum näxten Mal.

Sonntag, 7. März 2010

Haushaltssachen No. 2

Sind Sie schon fertig mit Essen? Was gab´s denn? Der Sonntag ist ja für manche der eine Abend in der Woche, an dem Zeit ist zum Kochen und zum behaglichen Miteinander am Eßtisch. Für andere ist es eher der Pommes-und-Pizza-Abend, vor dem Fernseher, bordje op schoot. Das kann jeder halten wie Witwe Bolte, aber wir finden, heute ist es wieder Zeit für eine komplett überflüssige Haushaltssache. Diesmal haben wir eine ausgewählt, die so gefährlich ist, wie sie sexy aussieht, Haushaltssache No. 2:

Der Gemüsehobel





Vor einigen Jahren erwarteten Franzinellis mal Besuch. Als Vorspeise wollten wir Forellenfilets in einem Mäntelchen aus hauchdünn geschnittenen Kartoffelscheiben machen, ein wirklich schönes Gericht, wenn auch ziemlich aufwendig. Irgendwann hatte derjenige, der die Kartoffeln mit einem Küchenmesser in die oben erwähnten hauchdünnen Scheiben schneiden sollte, die Faxen dikke und kramte aus einer Schublade einen Gemüsehobel hervor.

Ein Gemüsehobel, so kann man es im Internet-Lexikon lesen, ist ein "Küchengerät zum scheibenweisen Schneiden von Gemüse". Kaum zu glauben, aber wahr, und weiter heißt es: "Um Verletzungen der Finger zu vermeiden, wird das Schnittgut meist mit einem Halter bewegt, einem Griffstück, an dessen Unterseite mehrere Dorne das Gemüsestück festhalten." Der Gemüsehobel, den Franzinellis zu jener Zeit besaßen, stammte aus der verstaubten Haushaltswarenecke eines Supermarktes, und solch ein Halter war nicht dabei. Das war weiter nicht tragisch, denn das Hobelmesser war nicht im Mindesten scharf. Der mit den Kartoffeln beschäftigte Franzinelli säbelte deshalb drauflos wie ein Besessener, indessen, er schaffte nur zwei oder drei schartige Scheiben, dann rutschte das Gemüse ab und an seiner Stelle schrammte mit Schmackes der Franzinelli-Daumen über das Hobelmesser. Der Anblick war nicht schön und der Schaden beträchtlich, obwohl das Messer ja eigentlich stumpf war. Wie auch immer, der Besuch erschien und bemitleidete über seinen Forellfilets im Kartoffelmantel ausgiebig den weinenden Franzinelli mit dem gigantisch verbundenen Daumen.

Eine Woche später brachte der Postbote ein Paket. Und darin lag er, der ultimative Gemüsehobel, ein Trostgeschenk der Gäste. Kalt funkelte sein schlanker Edelstahlkörper auf der Küchenanrichte. Wir legten ihn sicherheitshalber erstmal in eine Schublade.

Irgendwann kam einer auf die Idee, Kartoffelchips zu machen. Da fiel er uns wieder ein, der neue Gemüsehobel. Wir holten ihn hervor und betrachteten ihn. Er besaß zwei Gummifüße zum festen Abstellen auf der Anrichte und eine mehrfach verstellbare Klinge. Die Klinge sah scharf aus, sehr scharf. Wir glaubten nicht, daß es irgendeinem Daumen guttun würde, ihre Bekanntschaft zu machen, aber da war ja auch noch ein Plastikhalter dabei, "an dessen Unterseite mehrere Dorne das Gemüsestück" festhielten. Um es kurz zu machen, wir fabrizierten die geilsten Kartoffelchips ever, dünn wie Glas und so knusprig, daß sie splitterten. Den Halter für das "Schnittgut" schmissen wir allerdings gleich nach dem ersten Mal ohne Umschweife in den Müll, denn ob Sie es glauben oder nicht, wir hatten jede Menge Plastik abgehobelt und das konnte schwerlich Sinn der Sache sein. Der neue Hobel wurde sorgsam mit warmem Wasser gesäubert und ehrfurchtsvoll in seine Schublade zurückgelegt. Wir begegnen ihm noch immer mit Respekt und einem Anflug von Schaudern. Wir hobeln auf seiner tödlich scharfen Klinge nur ausreichend große Kartoffeln und Möhren und Gurken – die werden im Nullkommanichts kleiner, ehrlich! und ehe man sich versieht… Es bleiben immer ziemlich große Reststücke übrig, nur so, zur Sicherheit.

Der Franzinelli mit dem lädierten Daumen wäre übrigens der Erste, der den Gemüsehobel auf dem näxten Flohmarkt für einen Euro oder so vertikken würde. Ohne jedes Bedauern. Und im Prinzip rangiert das Teil in der Liste unnützer Gegenstände weit hinter dem Toastständer. Hat man aber einmal selbstgemachte Kartoffelchips genossen, fällt der Gedanke schwer, sich von dem scharfen Feger zu trennen. Und eigentlich nimmt er ja soviel Platz auch nicht weg in seiner Schublade. Wir lassen ihn erstmal da…


Dienstag, 2. März 2010

Sehen Sie´s?

Sehen Sie den Unterschied? Na, Sie müssen schon richtig hinkukken! Zum einen scheint die Sonne. Das war…

… letzte Woche nicht der Fall! Und jetzt vergleichen Sie mal gründlich! Sehen Sie im oberen Bild nicht die Knospen? Ehrlich nicht?! Kaum zu fassen!

Die sind doch wirklich deutlich zu erkennen:

Aber Sie haben recht: Ein echter Fortschritt ist enttäuschenderweise auch nach sieben Tagen nicht zu vermerken. Kein Grün. Wie auch immer: Wir kommen wieder! Näxte Woche!

Heute haben wir nach sehr sehr langer Zeit einmal unseren Aquarellkasten herausgeholt. Anlaß waren ein paar ulkige Untersetzer aus Blech, die im Keller herumlagen: Man könnte sie zu kleinen Bilderrahmen umfunktionieren. Dazu müßte man natürlich zunäxt ein paar Bilder haben. Wir werden uns also in den kommenden Tagen verstärkt unserem neuen Projekt "Circus Sirup" zuwenden. Kukken wir mal, was dabei herauskommt…