Donnerstag, 24. Juni 2010

Haushaltssachen No. 5



Vielleicht erinnern Sie sich: Neulich, als wir an dieser Stelle mal wieder über eine Haushaltssache schwatzten, die die Welt nicht braucht, die wir jedoch trotzdem im Küchenschrank herumliegen haben, fiel uns natürlich prompt eine weitere ein: Ein Teil, das seine besten Zeiten in den 70er und 80er Jahren gesehen hat, als man anfing, sich um die Speckrollen an der Taille mehr und mehr Gedanken zu machen, und von dem wir zugegebenermaßen gar nicht wußten, daß es noch hergestellt und verkauft wird. Attention, chers mesdames et messieurs:

Der Römertopf



Um es gleich vorweg zu nehmen: Franzinellis hegen tiefsitzende Vorurteile gegen den Römertopf. Einer von uns mußte mal irgendwo zu Mittag Hackbraten essen, der in nämlichem Utensil gebacken worden war. Nun ist Hackbraten hier niemandes Leibgericht, aber der oben erwähnte war besonders trocken und hatte entsetzlicherweise das Aroma des Topfes angenommen. Oder die Aromen der Speisen, die in dem Topf gekocht worden waren. Oder welche auch immer, wir wollen darüber nicht spekulieren.
Andererseits sagt die Internet-Enzyklopädie: "… schon die Jäger früherer Zeiten hüllten ihre Beute in einen Tonmantel, um sie in der Asche oder über offenem Feuer zu garen wie in Asien die schwarzen Erdschweinchen, die im Ganzen eingetöpfert und geschmort werden. Perfektioniert wurde das Dunstgaren der Nahrung im eigenen Saft durch die Römer. Diese bevorzugten Töpfe aus Ton statt aus Eisen." Damit ist wenixtens klar, warum das Ding "Römertopf" heißt. Wüßte man jetzt noch, woher man ein schwarzes Erdschweinchen nehmen soll…
Aber im Ernst: Zu den unbestrittenen Tugenden des Römertopfes gehört natürlich, daß man Speisen nicht in Füssigkeit ersäufen muß, deshalb "… bleiben der Geschmack, der Saft, das Aroma und die Nährstoffe nahezu vollständig erhalten." Schön klingt das. Dann allerdings kommt´s: "Das Garen kann bei fast allen Gerichten ohne Zugabe von Fett geschehen."
Ohne Zugabe von Fett, Herrschaften! Auch wenn wir uns nicht um Extra-Hüftgold reißen: Ein mageres Hühnchen, ein Stück Lammfleisch, eine Dorade – ohne einen Löffel Olivenöl oder einen kleinen Stich Butter? Nun sagen Sie schon: Klingt das nicht abschreckend?
Hinzu kommt, daß der Römertopf "… vor Gebrauch mindestens 15 Minuten gewässert werden…" muß, bevor er gebrauchsfertig ist. Mindestens 15 Minuten. Lästig, oder? Da haben wir oft das Essen schon zur Hälfte fertig. Und überhaupt.
Trotzdem besitzen wir einen Römertopf. Um genau zu sein, zwei, einen langen schmalen und einen quadratischen. Fragen Sie nicht, wer die gekauft hat. Oder wann sie zum letzten Mal aus dem Schrank geholt worden sind. Oder warum wir sie nicht einfach auf dem Flohmarkt verhökern. Wir wissen es mal wieder nicht.
Allerdings sind bald im Garten die ersten Kartoffeln reif. Vielleicht probieren wir den einen Tag Dampfkartoffeln im Römertopf. Ein Löffelchen Butter kann ja bei Tisch immer noch darauf…
Ach – und falls Sie ein Gericht kennen, das wunderbar aus dem Römertopf kommt, gar nicht trocken und nur nach sich selbst schmeckend, dann würden wir es gerne kennenlernen!

1 Kommentar:

  1. Da isser wieder!!!!!!!
    Erst neulich in Annelis Haus auch wieder auf so ein Dingens gestoßen...
    Gibt es eigentlich einen Haushalt, wo er nicht in der hintersten Ecke steht???
    Ausser bei mir, ich hab meinen irgendwann entsorgt ;-))
    Ein Exemplar stand mal eine Zeitlang bepflanzt in einem Garten in unserer Straße....naja...

    Aber so ist das - ein gut geführter Haushalt war mal OHNE Römertopf kein gut geführter Haushalt...
    genau so, wie diese kleinen Akkusauger, die in den 80gern jedem Frühstückskrümelchen hinterhergejagt wurden. Meine Mutter als kleiner (1,53m) Putzteufel war entzückt über dieses handliche Dingens und ich hatte ganz fix auch einen :-S

    Nein, mir fällt so gar nix ein, was aus dem Pott wirklich lecker schmeckt....und ich habe es damals wirklich versucht ;-))

    Sonnige Grüße aussm Pott

    Birgit

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