Samstag, 13. März 2010

Quelle belle ville, Paris…


… Herrschaften, was für eine Woche wir hinter uns haben – Paris en hiver hat immer wieder seinen ganz eigenen Reiz! Arktischer Wind dieses Mal, doch dazu, was für ein Glück! azurblauer Himmel und Sonne den ganzen Tag, jeden Tag! Wieviele Kilometer unter unseren Schuhsohlen dahinglitten, wissen wir nicht, und auch nicht, wie oft wir unsere Metro-Fahrkarten an der Sperre in den Schlitz steckten – sehr oft! Und wir denken schon wieder ans näxte Mal…

Wir geben es zu: Auch wir waren auf Père Lachaise. Aber wir haben keine Prominentengräber angekukkt! Außer die, an denen wir zufällig vorbeikamen, zum Beispiel die letzte Ruhestätte von Gilbert Bécaud – falls den noch jemand kennt. Tatsächlich ist Père Lachaise ein Ort von eigentümlich verwunschener Schönheit, besonders im späten Winter. Man läßt sich einfach treiben zwischen den Totenhäusern, liest die eine oder andere Inschrift, während der Wind in den kahlen Platanen saust, und verspürt eine wundervolle Ruhe. Auf einem Grasrondell lag ein leuchtend roter Kater in der Sonne wie der König aller Grasrondelle und überhaupt aller Katzen der Nekropole. Fragt man sich, welchen geheimen Geschäften Katzen so nachgehen auf einem Friedhof. Oder fragt man sich lieber nicht.



Hier bleiben Sie mal besser ganz rechts und gehen zügig weiter, und selbst dann überholt noch einer: Das sagenhafte Laufband in Châtelet zwischen Metro 4 und Metro 1. Spätabends ist hier nix mehr los, zum Glück.



Die letzte Metro in Cité. Als Tourist hat man´s gut: Man muß nicht zur Stoßzeit fahren. Und hat die schönsten Metrostationen mal ganz für sich…



Es muß nicht immer der Trocadéro sein. Oder das Marsfeld. An einem herrlichen Wintertag unterhalb des Pont d´Iéna eröffnen sich ganz neue Ausblicke auf den Eiffelturm. Die Briefkästen der Hausbootbesitzer hängen übrigens in einer ordentlichen Reihe unter der Brücke, versehen mit den Namen des jeweiligen Schiffs und dem seines Besitzers. Und der Skipper hier hatte sein Boot mit einer Besonderheit dekoriert, die Sie rechts im Vordergrund erkennen können: Schließlich wurde auch die Freiheitsstatue in Paris gebaut, unter anderem von M. Eiffels Chefkonstrukteur.



Und dann talpen Sie nichtsahnend über die Avenue Rapp, schauen gedankenlos in eine Seitenstraße, und da ist er wieder, wie aus dem Nichts!



Diese beiden Kollegen haben den Parvis seit Anbeginn aller Zeiten im Auge oder jedenfalls, seit es Notre Dame gibt. Wir würden sie gerne mal fragen, wie es dort aussah, bevor M. Haussmann auf der Szene erschien, aber natürlich sagen sie dazu nichts, genausowenig wie sie einem mal verraten, ob Quasimodo wirklich so aussah wie Anthony Quinn…



Die unvergleichliche Sainte Chapelle. Es ist dort leider immer sehr voll, aber allzuviel Phantasie ist nicht nötig, um sich vorzustellen, wie der ritterliche Ludwig und seine Königin in ihren Nischen saßen und die Stille und das Licht genossen. Beneidenswert. Dürfte man das doch auch mal, und wenn es nur für eine Stunde wäre…



Wesen mit seltsamem Kopfschmuck…


… bevölkern das Museé d´Orsay.
Den kleinen Alabasterfaun finden Sie in der unteren Halle, wo er zwei Alabasterbärenwelpen beim Verzehren einer Honigwabe zusieht. Sollten Sie gelegentlich in Paris sein, grüßen Sie ihn von uns, wenn Sie ihn sehen, und sagen Sie ihm, wir sehnen uns täglich nach ihm.



Ein Hallenmarkt am Gare de l´Est. Warum bloß mußten wir wieder im Hotel wohnen und konnten nix kochen?



In den Tiefen von Dehillerin…
Gehen Sie da nicht hin, wenn Sie grundsätzlich Küchenartikeln zugeneigt sind und noch etwas Geld übrig haben, sonst sind Sie womöglich am Abend pleite und müssen ein trockenes Baguette essen! Die Chefs von Paris kaufen hier, und die scharfen Zungen der Angestellten sind nicht ohne, aber der Laden und besonders das Untergeschoß sind ein Paradies und ein Tempel…



Wir waren heuer mal in einem Laden, in dem man leider nicht fotografieren durfte, der uns jedoch sehr fasziniert hat, obwohl wir nicht unbedingt eingefleischte Fans der Taxidermie sind: Deyrolle in der Rue du Bac zelebriert die Kunst der Präparation seit 1831 in höxter Vollendung. Die dargebotenen Exemplare – von der Giraffe bis zur kleinsten Stechmücke – lassen einen glauben, sich an Bord der Arche Noah verirrt zu haben. Wir schwelgten lange über Kästen mit Smaragdkäfern und zauberhaften elfenartigen Heuschrekken und dachten über den Erwerb eines wundervoll flauschigen Entenkükens nach, allein, die Preise…

Und dann wirklich etwas aus der Rubrik "Seltsam & Merkwürdig": Wenn Sie mal im 1. sind, kukken Sie kurz ins Fenster von "Aurouze Chimie". Man ist einen Moment sprachlos angesichts der drastischen Dekoration jener berühmten Kammerjägerfamilie seit 1872: Eine saubere Reihe erlegter Nager ziert die Auslage. Vielleicht präpariert von Deyrolle, wer weiß…

Und außerdem:

Dieses Jahr haben wir uns – ausnahmsweise, ehrlich! – mal ein Souvenir mitgebracht: Ein piepkleines Kochbuch mit Rezepten und dazu piepkleine Cocottes! Wenn Sie jetzt finden, daß dies eher ein Thema für die Haushaltssachen ist, haben Sie wohl recht. Aber die abgebildeten Speisen sahen so verlockend appetitlich aus! Und wenn Sie als besessener Koch je bei Dehillerin waren, werden Sie wissen, wie schwierig es ist, zu widerstehen…
Die Farbe der Cocottes heißt übrigens "Vulkan". Nomen est Omen, kann man da nur sagen, wenn sie demnäxt mit irgendeinem köstlichen Inhalt aus dem heißen Ofen geholt werden!

Nun sind wir wieder daheim und versuchen, uns in der Provinz einzuleben… bis zum näxten Mal.

1 Kommentar:

  1. Lieben dank fürs Kommentar und was für schöne Bilder hast du da gemacht :). Zu einem Urlaub würde ich jetzt auch nicht nein sagen ;).
    Ja hier liegt immer noch Schnee, mir war so nach Farbe und Blümchen :). Hihi Frühling gibt es hire auch gar nicht, wenn der Schnee weg ist, ist Sommer :D

    Herzliche Grüße

    Sabrina

    AntwortenLöschen